iLittle's Blog
Samstag, März 03, 2007
  Berliner Unterwelten e.V. : Tour One


Katharina und meine weinigkeit, haben es dieses Jahr endlich geschafft eine Zeitgeschichtliche Führung beim
Verein Berliner Unterwelten e.V. mitzumachen.
Wir kauften die Karten, hatten aber noch Zeit bis die Tour begann und gingen noch rüber in den Volkspark Humboldthain um uns von außen den alten Flakturm anzuschauen. Man muss doch für Berliner Verhältnisse schon sehr hoch krakseln um auf den Rest des Flackturms zugelangen.
Da unsere Führung in kürze begann, hatten wir leider nicht wirklich Zeit um uns genau umzuschauen. Von daher blieb es nur eine Stippvisite. Zurück im U-Bhf. Gesundbrunnen angekommen, warteten auch schon ca. 3 Dutzend Menschen, das die Führung begann. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, eine Etage tiefer geführt und zu einer unscheinbaren grünen Tür geführt.
Ich konnte mir nicht vorstellen, das dort hinter ausgedehnte authentische und geschichtsträchtige Räume verbergen. Nun standen wir im Treppenhaus des Bunkers und erhielten wir erste Informationen über das Leben im Bunker während der Zeit des II. Weltkriegs. Ein erstes unangenehmes Gefühl befiel mich. Hier sollte man mehrere Tage (oder gar Wochen) leben??? Die Lüftung der Anlage wurde erläutert! Staub, Dreck und chemische Kampfstoffe durften nicht in den Bunker geraten. Der Gang durch die Anlage begann. An den Wänden sind noch die Leuchtschriften erhalten, die es auch in der Nacht den Eingeschlossenen ermöglichte, sich einigermaßen zu orientieren. In einem Raum waren die Wände mit der fluoreszierenden Farbe dreiviertel hoch gestrichen. Noch nach über 60 Jahren leuchtet die Farbe so stark, das man ohne irgendwo anzuecken durchgehen kann. Zeitzeugen sollen bei einer Führung berichtet haben, das man in solchen Räumen damals ohne Licht Zeitung hat lesen können ! Erstaunlich. Zahlreiche Schlafräume und Sitzbänke für mehrere hundert Menschen sind vorhanden, überall steht die Anzahl von Menschen an der Wand die in den jeweiligen Räumen Platz finden. Während des Krieges wurde die Zahl an den Wänden übermahlt und um das doppelte erhöht ! Es muss schrecklich gewesen sein.
Diese vielen Menschen, die viel Luft verbrauchten und so eng aufeinander saßen. Kinder, die schreien, die spielen wollen, aber nicht nach draußen konnten.
Schwerpunkte wie Bombenkrieg und Luftschutz werden unteranderem thematisiert.
Gezeigt werden zudem Funde aus Bunkern des ehemaligen Regierungsviertels sowie Kriegsschrott und Bodenfunde als Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkrieges.
In einigen Räumen liegen noch Originale aus dem Krieg: Abzeichen, Töpfe, Schilder, Urkunden, Bestecke u.v.m. und Dinge, die sich im Berliner Untergrund befinden oder befunden haben wurden uns noch nähergebracht.
Die Vereinsmitglieder, die auch die Führungen durchführen, haben mittlerweile rund 8.500 Stunden ehrenamtliche Arbeit in den Erhalt der Bunkeranlagen gesteckt, damit sie der Öffentlichkeit, besonders den Jugendlichen, die den Krieg nicht miterlebt haben, weiterhin gezeigt werden kann.
Wir fanden diese Tour einfach unglaublich, weil man es sich einfach nicht nur vorstellen kann wie es dort unten ist, ohne es gesehen zu haben.
Bilder durfte man leider nicht machen, aber einige kann man sich hier anschauen und ihr findet hier auch nähere Informationen über den Eintrittpreis etc.: KLICK

 
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